Der Umfang des Problems „Generationswechsel“
Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlicht regelmäßig Zahlenmaterial zu Unfang und Ausprägung des Problems „Unternehmensnachfolge“.
Danach gibt es in Deutschland 2005 rund 2,122 Millionen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 50.000 Euro. Davon sind gut 2 Millionen in Familienhand. Bei 354.000 von ihnen stehen in den nächsten fünf Jahren Übernehmensübertragungen an. 2005 sollen ca. 71.000 Unternehmen betroffen sein. Der Hauptgrund für eine Unternehmensübergabe ist mit weitem Abstand (65,6 % der Fälle) das Alter des Inhabers.
Rund ein Viertel der Übergabeplanungen erfolgt unerwartet und deshalb unvorbereitet. 10,2 % der Nachfolger waren vorher Mitarbeiter in diesem Unternehmen, an externe Führungskräfte gehen 16,5 % der Unternehmen. 21,1 % aller Unternehmen werden verkauft. Immerhin 8,3 % aller zur Übergabe anstehenden Firmen werden stillgelegt, weil kein Nachfolger gefunden werden kann. Dies sind 2005 in absoluten Zahlen 5.900 Unternehmen mit 33.500 Beschäftigten.
Der größte Teil der Unternehmen wird noch immer an ein Familienmitglied übergegeben. 2005 ist dies in 43,8 % der Fälle so, in totalen Zahlen ausgedrückt betrifft dies 31.000 Unternehmen mit 351.000 Beschäftigten. Das die Tendenz, die eigene Firma an die Kinder weiterzugeben in den letzten Jahren stark rückläufig ist, stellte jedoch nicht nur das IfM sondern auch das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim fest. Prof. Dr. Klaus Ballarini und Dr. Detlef Keese vom Institut für
Mittelstandsforschung der Universität Mannheim untersuchten zusammen mit ihren Mitarbeitern von November 2001 bis August 2002 im Auftrag der Landeskreditbank Baden-Württemberg die Situation und die Probleme beim Generationswechsel in mittelständischen Unternehmen im Bundesland Baden-Württemberg. Sie befragten repräsentativ mittels einer schriftlichen Befragung mit Fragebögen 10.000 Unternehmen aus der gewerblichen Wirtschaft und den Freien Berufen und kamen zu ähnlichen Zahlen, die Unternehmensübergabe betreffend: 2002 bis 2007 werden in Baden-Württemberg 11-15 % (45.000-60.000) aller Unternehmen sich mit der Nachfolge-Frage beschäftigen müssen. Ähnliche Zahlen gab es in den neunziger Jahren und ähnliche Zahlen werden für die Zeit bis 2012 prognostiziert. Familienintern werden zunehmend weniger Unternehmen übertragen: Lag ihr Anteil an den Unternehmensübernahmen in den Jahren 1997-2002 noch bei 75 %, planten dies für den Zeitraum 2002-2007 nur noch 50 % der befragten Eigentümerunternehmer.
