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Nachfolger aus eigener Familie rückläufig

 
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Unternehmensnachfolge in Deutschland

Bedingungen und Ablauf des Generationswechsels ändern sich


Der Mittelstand bildet das Rückrat unserer Volkswirtschaft. In mittelständischen Unternehmen sind die meisten Arbeitnehmer beschäftigt, hier wird ein Großteil des Nachwuchses ausgebildet.


An der Spitze dieser Unternehmen steht meist ein Eigentümer, der das Unternehmen nicht nur gegründet hat, sondern es auch – oft als Einzelperson – aktiv leitet. Nicht selten steht und fällt eine Firma mit Ihrem Chef. Und nicht wenige werden bedauern, dass der Eigentümer nicht unsterblich ist. Tatsächlich müssen sich über 10 % der mittelständischen Familienunternehmen in den nächsten fünf Jahren mit dem Thema „Generationswechsel“ beschäftigen, da der Eigentümer aus Alters- oder Krankheitsgründen in den Ruhestand gehen wird. Der Erfolg dieses Übergabeprozess ist essentiell wichtig. Wichtig für den betroffenen Unternehmer, dessen Altersvorsorge und dessen Lebenswerk. Wichtig für den Arbeitnehmer und seinen Arbeitsplatz.


Wichtig für den Wirtschaftsbericht der kreditgebenden Banken. Wichtig für die Steuereinnahmen der Kommunen, Länder und des Bundes. Die L-Bank Baden-Württemberg, der Förderung des Mittelstandes verpflichtet, hat deshalb das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim 2001 mit der Herstellung einer Studie zum „Generationswechsel im Baden-Württemberg“ beauftragt. Diese sollte quantitativ und qualitativ Auskunft über die erfolgten und geplanten Übernahmen in diesem Bundesland und die in diesem Zusammenhang auftretenden Probleme, Gefahren und Schwierigkeiten geben. Aufgrund dieser umfangreichen Bestandsaufnahme sollte ein Handlungskatalog für Übergaben erstellt, mögliche wirtschaftspolitischen Handlungsfelder abgeleitet, ordnungspolitische Überlegungen zur Rechtfertigung einer speziellen Übernahmeförderung angestellt und „Handlungsfelder für eine spezielle Übernahmeförderung, insbesondere im finanziellen Bereich abgeleitet werden“. Wie die Studie feststellte, ändern sich die Bedingungen, unter denen der Generationswechsel abläuft, gerade dramatisch. Die drei Hauptmerkmale sind dabei der Trend hin zu externen Übernahmen, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler mittelständischer Unternehmen und der Wandel in der Unternehmensfinanzierung. Diese Veränderungen machen das Umfeld für Generationswechsel schwieriger. Zum einen geht die Zahl der Unternehmen, die innerhalb der Familie weitergegeben werden, dramatisch zurück. Nur noch in etwa in der Hälfte der Unternehmensübergaben übernimmt ein Familienmitglied den Betrieb, vor wenigen Jahren kam der Nachfolger noch in Dreiviertel aller Fälle aus der eigenen Familie. Externe Nachfolgen sind jedoch, wie die Studie ebenfalls feststellte, in fast allen Belangen schwieriger sowohl für Übergeber als für den Übernehmer und für die Firma. Nicht nur, dass das Nachdenken über eine Übergabe hinausgezögert wird, wenn der eigene Nachwuchs kein Interesse zeigt. Die Suche nach einem externen Nachfolger ist für den Unternehmer auch kostenintensiver und schwieriger. Der Prozess der Übergabe selbst wird komplizierter – denken Sie nur daran, das Vertragsverhandlungen sehr schnell durch das Misstrauen zweier sich völlig unbekannter Partner behindert werden kann. Auch die Chancen, ein Unternehmen sicher und erfolgreich unter dem neuen Eigentümer zu fortzuführen, sinken, u.a. deshalb weil externe Nachfolger nicht wie familieninterne Nachfolger ein „training on the job“ durch den Senior bekommen. Wird eine Firma innerhalb einer Familie übergeben, tragen oft Senior und Junior für eine Übergangszeit gemeinsam Verantwortung. Der Senior steht auch öfter später noch als Ratgeber zur Verfügung. Das gegenseitige Beschnuppern hilft nicht nur das Misstrauen abzubauen, der Nachfolger hat auch den Vorteil, das Unternehmen erst einmal umfassend kennen zu lernen, und von den Erfahrungen seines Vorgängers zu profitieren, bevor er schließlich allein verantwortlich ist.


Eine weitere wichtige Entwicklung ist, dass immer mehr Unternehmen schon vor der Übergabe keinen Gewinn erwirtschaften. Im Zeitraum von 1997 bis 2007 sind das immerhin 40 % der zur Übergabe anstehenden Unternehmen. Mit ziemlicher Sicherheit hat der Übernehmer eines schon vor der Übernahme unwirtschaftlichen Unternehmens Probleme die nötigen Mittel für einen Kauf aufzubringen und muss zusätzlich Kapital für Umstrukturierungsmaßnahmen einplanen, um sein Unternehmen wieder in die Gewinnzone bringen. Die dritte, damit zusammenhängende, Veränderung, die das Umfeld für den Generationswechsel soviel schwieriger macht, ist die immer restriktiver gehandhabte Kreditvergabe der Banken. Banken waren und sind der Hauptfinanzpartner für die Nachfolgefinanzierung. Unternehmer haben jedoch zunehmend Schwierigkeiten Banken als Finanzierungspartner zu gewinnen, vor allem wenn der Betrieb schon vor der Übernahme unrentabel arbeitet oder zu einer Problembranche gehört.

 

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