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Problem Generationswechsel

 
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Unruhiges Fahrwasser bei Eigentümerwechsel

Kein Wirtschaftswissenschaftler wird bestreiten, dass das Wohlergehen unserer Volkswirtschaft in großem Maße vom Zustand des Mittelstandes abhängt.


Kleine und mittlere Unternehmen beschäftigen in Deutschland mehr Menschen als die großen bzw. multinationalen Konzerne. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn z.B. zählt in seiner für das Jahr 2003 veröffentlichten Statistik 99,7 % der in unserm Land angesiedelten Unternehmen zum Mittelstand. Dieser erwirtschaftet nicht nur über 40 % des Umsatzes, sondern, gerade in der heutigen Zeit viel wichtiger, in ihm sind rund 70 % aller Arbeitnehmer in Deutschland beschäftigt. Außerdem stellt er knapp 82 % aller betrieblichen Ausbildungsplätze in der freien Wirtschaft.


Die mittelständischen Unternehmer-Firmen geraten sehr schnell in unruhiges Fahrwasser, wenn der Eigentümer, oftmals auch ihr Gründer, seine Verantwortung z.B. aus Alters- oder Krankheitsgründen abgeben muss. Die vorliegenden Statistiken belegen, dass dies nicht nur ein Problem einiger weniger Firmen ist. Über 10 % der deutschen Unternehmen werden sich in den nächsten fünf Jahren mit dem Problem Unternehmensnachfolge beschäftigen müssen. Interessensvertretungen der Wirtschaft und die Politik haben die Bedeutung des Problems „Generationswechsel“ für die Wirtschaft erkannt.


Wirtschaftsinstitute, neben dem IfM auch das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim, haben Studien veröffentlicht, die u.a. einen Überblick über das Ausmaß der vom „Generationswechsel“ betroffenen Eigentümerunternehmen geben, den Prozess der Unternehmensübergabe beschreiben, dabei auftretende Probleme offen legen und Möglichkeiten für ein erfolgreiches Eingreifen des Staates bzw. wirtschaftlicher Interessensvereinigungen aufzeigen. Wie diese Untersuchungen zeigen, ist das Umfeld für einen erfolgreichen Generationswechsel in der letzten Zeit bedeutend schwieriger geworden. Verantwortlich sind dafür vor allem der Trend zu externen Nachfolgern, sowie eine veränderte Kreditvergabegabepolitik der Banken.


Politik, Kammern, Banken und Industrieverbände haben auf diese Erkenntnisse reagiert und gemeinschaftlich Programme, die Orientierung, Beratung und Vermittlungshilfe für Betroffene zur Verfügung stellen, aufgelegt. Zwei der mittlerweile zahlreichen Angebote sind dabei vor Allem hervorzuheben.


Zum einen die 1999 gestartete Gemeinschaftsinitiative Change/Chance (www.change-online.de) des Deutschen Industrie- und Handelkammertages (DIHK), des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZdH) und der KfW-Mittelstandsbank. Sie sieht sich als Netzwerk, in dem die wichtigsten Partner des Mittelstandes zusammenarbeiten. Ihre Basis bilden Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Fachverbände des Handwerks und Sparkassen, die Unternehmern und Existenzgründern als regionale Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Daneben bietet die Initiative zentral entwickelte Unterstützungsangebote an, neben Veranstaltungen, Seminaren und Fachvorträgen, Infobroschüren auch ein Internetportal. Hier findet man sowohl eine Datenbank mit kompetenten Ansprechpartnern in ganz Deutschland, eine umfangreiche Übersicht über wichtige Literatur, als auch eine Unternehmensbörse, deren Ziel es ist, bundesweit Kontakt zwischen Unternehmensübergebern und interessierten Übernehmern herzustellen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hingegen hat in Zusammenarbeit mit Partnern und Institutionen der Wirtschaft, des Kreditwesens und der Freien Berufe die Aktionsplattform „nexxt“ ins Leben gerufen. Auch ihr Internetportal soll das Thema der Unternehmensnachfolge und der Existenzgründung umfassend präsentieren und „zentraler Treffpunkt für alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die Betriebe übergeben oder übernehmen wollen“ sein, wie man unter www.nexxt.org lesen kann.

 

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