Der Nachfolger sollte "hineinwachsen"
Von Problemen bei der Unternehmensübergabe berichteten 2/3 der befragten Nachfolger, die für Sie v.a. vor dem Abschluss der Übernahmevereinbarung auftreten. Wie die Studie zeigt, haben externe Übernehmer nicht nur häufiger Probleme, sie bekommen es auch mit Schwierigkeiten zu tun, die sich dem Familiennachwuchs gar nicht stellen. Nicht nur ihre unternehmerische Unerfahrenheit macht ihnen mehr Probleme, sondern auch die Unmöglichkeit das Unternehmen vorher genau zu prüfen und so die Risiken und Chancen der Übernahme, den wirtschaftlichen Stand des Unternehmens korrekt zu bewerten. Dies mag auch daher rühren, dass Unternehmer externe Nachfolger nicht so gern in die Planung der Übernahme einbeziehen. Neben den Schwierigkeiten die Finanzierung auf die Beine zu stellen, beklagten v.a. externe Nachfolger darüber hinaus eine mangelhafte Beratung zu Übernahmefragen, vielleicht eine Ursache dafür, dass 25 % der Nachfolger annehmen, bei der Gestaltung der Übergabeverträge Fehler gemacht zu haben. Auf ein zu blauäugiges Herangehen der Nachfolger können die Schwierigkeiten nicht unbedingt zurückgeführt werden. Wie die Studie des ifm Mannheim offenbart hat, bereitet sich der an einer Übernahme Interessierte in der Regel umfassend auf seine neue Lebensaufgabe vor. Er sondiert verschiedene Übernahmemöglichkeiten und handelt die Übergabebedingungen mit den Übergebern aus. Nachfolger sind im Durchschnitt Ende 20, Anfang 30, externe etwas älter. Der größte Teil von ihnen ist gut ausgebildet, verfügt über eine technische, handwerkliche und/oder kaufmännische Ausbildung, Berufserfahrungen und Branchenkenntnisse. Erfahrungen im Umgang mit Kunden, in der Personalführung und in unternehmerischen Entscheidungen fehlen dagegen oft. Prof. Ballarini und seine Mitarbeiter sehen daher auch in dem fehlenden Coaching durch den Senior eine Hauptursache für Schwierigkeiten der externen Nachfolger. Durch solch ein Coaching könnten die natürlich noch fehlenden Erfahrungen langsam und zielgerichtet erworben werden, der Nachfolger kann über die Stationen Mitarbeit und gemeinsame Unternehmensführung in die Verantwortung hineinwachsen. Wie die Studie durch Zahlen glaubhaft belegt, ist solch eine gemeinsame Übergangszeit ein wesentlicher Startvorteil für den Nachfolger und eine Voraussetzung für einen erfolgreichen Inhaberwechsel.
