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Neuen Bedingungen bei Unternehmensübergabe

 
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Börsenbrief informiert: Börsenlexikon - Buchstabe T

Planung der Unternehmensnachfolge

Zukunft .... alle sind gefragt ?

Den neuen Bedingungen bei der Unternehmensübergabe Rechnung zu tragen, heißt - so Institut für Mittelstandsforschung in Mannheim – die Beratungs- und Hilfsangebote anzupassen. Finanzhilfen müssten aufgestockt, Nachhilfebörsen ausgebaut und spezielle Beratungs-, Weiterbildungs- und Coachingangebote geschaffen werden. Mit diesen Vorschlägen, greift die Studie die Wünsche der Betroffenen auf. Denn wie die Befragung ergab, begrüßen diese v.a. verbilligte Finanzierungsmöglichkeiten, zentrale Informationsstellen und Zuschüsse zu Beratungen befürwortet immerhin die Hälfte der Befragten. Nachfolger würden zudem gern Weiterbildungsangebote und eine unentgeltliche Betreuung bei der Unternehmensführung in Anspruch nehmen.


Im Rahmen der derzeitig ablaufenden Unternehmensübergaben spielt Beratung eine wichtige Rolle. 95 % der Betroffenen suchen Hilfe, v.a. in rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Fragen, die Nachfolger zusätzlich in Sachen Unternehmensführung. Es geht ihnen v.a. um die fachliche Beratung zu Einzelfragen, die Koordinierung und Begleitung des Prozesses, sowie Schlichtung von Streitfragen. Hauptansprechpartner ist dabei zurzeit vor allem der Steuerberater; etwas abgeschlagen folgen der Rechtsanwalt und die Hausbank. Beratungen sind ein wichtiger Kostenfaktor im Prozess des „Generationswechsels“. 50 % befürworten deshalb Zuschüsse zu Beratungen, immerhin 1/3 der Befragten sprechen sich für unabhängige Moderatoren oder eine unentgeltliche Betreuung des Prozesses aus. Spezielle Weiterbildungsangebote befürworten ca. 40 % der Befragten. Nachfolger, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken, würden diese Angebote noch in höherem Maße in Anspruch nehmen.


Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn schlägt deshalb vor, das derzeit vorhandene Beratungsangebot auszubauen und stärker auf die Bedürfnisse der externen Nachfolger zuzuschneiden. Es muss z.B. der Tatsache Rechnung getragen werden, das immerhin 40 % der Unternehmen vor der Übernahme unwirtschaftlich sind. In so ein Unternehmen muss der Nachfolger mehr Zeit, Energie und Geld investieren, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens wieder herzustellen. Beratungsangebote sollten ihn bei der Erarbeitung und Umsetzung vor Fortführungskonzepten unterstützen. Die Finanzierung des Unternehmenskaufs und/oder der Investitionen ist das schwierigste Problem beim Unternehmenswechsel. An Finanzierungsproblemen scheitern bei weitem die meisten geplanten Übernahmen. Da bei externen Übernahmen die Finanzierung deutlich schwieriger ist, diese aber in ihrer Zahl zunehmen, wird sich das Finanzierungsproblem in den nächsten Jahren wohl nochmals verschärfen. Die Übernahme wird meist durch Bankkredite finanziert. Die Kreditvergabe der Banken ist seit der Befragung durch das IfM noch einmal restriktiver geworden. Andere Finanzierungsformen und Förderungen werden so in Zukunft für einen erfolgreichen Unternehmensfortbestand noch wichtiger werden. Beratungen müssen deshalb auch Informationen über Fördermittel und andere Finanzierungsmöglichkeiten bereitstellen.


Eine mangelnde Ertragskraft eines Unternehmens schon vor der Übernahme, Planungsfehler, die zu unerwartetem Kapitalbedarf führen, eine mangelhafte Kostenkontrolle und die Vernachlässigung der Kostenkontrolle nach der Übernahme erschweren eine erfolgreiche Finanzierung und Übernahme von Unternehmen. Deshalb muss ein effektives Beratungsangebot auch die Hilfe bei der Prüfung des Übernahmeangebots und des Unternehmens gewährleisten und Weiterbildungsangebote im betriebswirtschaftlichen Bereich, zu Entwicklung erfolgreicher Nachhilfekonzeptionen und in den Methoden der Unternehmensführung bereitstellen.


Der Übergeber initiiert und steuert den Nachfolgeprozess. Doch bis er sich entschließt, dass Projekt in Angriff zu nehmen, vergeht bislang zu viel Zeit. Das Zögern des Unternehmers wird verständlich, wenn man bedenkt, wie komplex und vielfältig die Aufgaben des Übergebers in diesem Prozess sind, Aufgaben, die sich dem Unternehmer so wohl erstmals stellen und in deren Zusammenhang emotionale Beweggründe immer wieder wirtschaftlich-logisches Denken zu torpedieren suchen. Wie gesagt, beschäftigt man sich mit der Übergabe seines Unternehmens, stützen viele Fragen auf einen ein. Es gilt, viele Dinge zu berücksichtigen, steuerlich- und rechtliche Frage abzuklären, ein reales und bestmögliches Angebot zu erstellen, ein Profil mit den nötigen Qualifikationen eines geeigneten Nachfolgers zu erstellen und schließlich Verhandlungen mit den Nachfolgekandidaten aufzunehmen. All dies bedeutet nicht nur einen hohen zeitlichen und nicht zu unterschätzenden finanziellen Aufwand für den Übergeber. Da viele Fragen für ihn neu sind, ist es wahrscheinlich, dass er fürchtet, nur ein suboptimales Ergebnis zu erzielen. Natürlich wirkt sich das negativ auf den Verlauf des so genannten Matchingprozesses - das Suchen und Zusammenbringen von Partnern, die zusammenpassen – aus. Ist man überfordert entsteht schnell Unsicherheit und Misstrauen – zwei Dinge die viele Übergaben scheitern lassen. Die Studie des IfM fordert deshalb, die Unternehmer bei der Nachfolgersuche stärker zu unterstützen. Eingeführte Instrumente wie Nachfolgerbörsen sollten dazu in Umfang und Leistung erweitert werden. Während es jetzt oft nur um die Vermittlung von Kontakten geht, sollten zusätzlich Information und Beratung angebunden werden, z.B. bei der Festlegung der Auswahlkriterien für einen Nachfolger, bei der Erstellung von Unternehmens- bzw. Angebotsprofilen, bei Auswahl der möglichen Nachfolgekandidaten, bei der Moderation bzw. Begleitung der Verhandlungen.


Steuerberater und Rechtsanwälte sind heute die Hauptansprechpartner für Unternehmer bzw. Nachfolgeinteressierte hinsichtlich Finanz-, Steuer- und Rechtsfragen. Z.T. übernehmen sie heute auch schon die Mittlerrolle in den Übergabeverhandlungen. Moderatoren können komplexe Verhandlungen positiv beeinflussen, deshalb schlägt die Studie vor, den Einsatz von Moderatoren durch die Einrichtung konkreter Weiterbildungsangebote für Steuerberater und Rechtsanwälte zu befördern.


Beratung ist für die Betroffenen ein wichtiger Kostenfaktor. Eine koordinierte Beratung, die alle Fragen abdeckt könnte diese aufzuwendenden Kosten senken. Zusätzlich ist eine finanzielle Bezuschussung der Beratung - eine Möglichkeit, der auch die Mehrheit der Übergeber und Nachfolger positiv gegenüber steht – zu erwägen.


Das Coaching durch den Senior, wie es in Familienunternehmen üblich ist, verschafft Nachfolgern beträchtliche Vorteile. Das langsame in das Unternehmen und die Verantwortung Hineinwachsenkönnen, senkt das Risiko, das der Übergabeprozess bzw. das Unternehmen unter dem neuen Chef scheitert. Die Studie des IfM empfiehlt deshalb die Etablierung eines Coachingangebots für externe Unternehmer.


Die Herausgeber der Studie empfehlen weiter, die Betroffenen stärker als bisher für die Möglichkeiten und Probleme des Generationswechsels zu sensibilisieren. Unternehmer sollten dazu ermuntert werden, sich früher als bislang mit dem Thema Unternehmensnachfolge zu beschäftigen. Existenzgründer könnten dagegen mit einer Informationskampagne dazu angeregt werden, auch über die Möglichkeit einer Übernahme alternativ zu einer Neugründung nachzudenken. Ein den neuen Entwicklungen des Generationswechsels Rechnung tragendes und dementsprechend ausgebautes Beratungs- und Coachingangebot verbunden mit finanziellen Zuschüssen – folgt man der Studie – würde die Situation im Mittelstand substantiell verbessern.

 

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