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Vom Lebenswerk trennen?

Sie müssen ihr Unternehmen auf die Übergabe vorbereiten, es übernahmetauglich machen, wie es so schön heißt.


Sie müssen dafür sorgen, dass das Unternehmen wirtschaftlich rentabel und wettbewerbsfähig ist und bleibt, dürfen Investitionen nicht vernachlässigen. Informieren Sie sich bei Zeiten gründlich über alle steuerlichen und rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Übertragung! Beginnen Sie sich Gedanken über Ihr Leben nach der Firma zu machen, treffen Sie finanzielle Vorkehrungen für die Zeit danach! Wer kann Ihre Arbeit fortführen? Die Antwort auf diese Frage bestimmt die weitere Ausgestaltung des Übergabeprozesses, von der Wahl des Nachfolgemodells über den Übergabepreis bis zu den Modalitäten des Rückzugs aus dem Unternehmen.


Die meisten Unternehmer rechnen im Stillen damit, dass ihre Kinder die Firma übernehmen werden. Erstaunt müssen sie dann - oft zu spät - zur Kenntnis nehmen, dass diese ganz andere berufliche Interessen haben. Deshalb diskutieren Sie die Frage frühzeitig mit Ihrer ganzen Familie! Der potentielle Nachfolger kann durchaus auch aus der Firma selbst kommen. Der Vorteil dabei liegt darin, dass er die Besonderheiten des Unternehmens bereits kennt, sich schon in der Praxis bewiesen hat, Sie seine Fähigkeiten besser einschätzen können und im besten Fall schon eine Vertrauensbeziehung zu ihm aufgebaut haben. Wenn die Kontinuität im Unternehmen gewahrt werden soll, ist solch ein interner Nachfolger wahrscheinlich die erste Wahl.


Gibt es weder in der Familie noch in der Firma geeignete Nachfolgekandidaten, müssen Sie sich anderweitig nach einem ‚Erben’ umschauen. Am erfolgversprechendsten ist da, sich bei Geschäftspartnern oder Inhabern ähnlicher Unternehmen der gleichen Branche umzuhören. Es kann sich auch lohnen, mit den für Sie zuständigen Kammern und / oder Verbänden Kontakt aufzunehmen. Darüber hinaus bleibt, in Zeitungen oder Fachpublikationen zu inserieren bzw. sich an eine Unternehmensbörse zu wenden, die interessierte Nachfolgekandidaten vermitteln. Stellen Sie die Nachfolgersuche auf ein rationales Fundament! Erstellen Sie ein Anforderungsprofil, evtl. mit Hilfe von Personalberatern, in dem Sie die unabdingbaren kaufmännischen, fachlichen und sozialen Kompetenzen festlegen. Aber bleiben Sie realistisch! Sicher sollten Sie hohe fachliche Anforderungen an Ihren potentiellen Nachfolger stellen, schließlich soll er Ihr Lebenswerk fortsetzen.


Sie werden jedoch nicht darum herum kommen, Ihrem Nachfolger zunächst einen Vertrauensvorschuss zu gewähren, denn letztendlich wird sich die wahre Güte erst hundertprozentig im laufenden Betrieb zeigen. Beruhigen Sie die auf dem Papier nachgewiesenen Kenntnisse Ihres Nachfolgers nicht vollständig? Schlagen Sie doch vor, die Firma eine zeitlang gemeinsam zu führen. Neben der Möglichkeit sich on-the-job zu beschnüffeln, erhalten Sie dadurch auch die Möglichkeit, Ihrem Nachfolger wichtiges praktisches Know-how mit auf den Weg zu geben. Wie Untersuchungen zeigen, steigt außerdem durch diese Coaching-Zeit die Chance, dass eine Unternehmensübergabe erfolgreich verläuft. Nachfolger stehen dieser Möglichkeit durchaus positiv gegenüber. Auf keinen Fall sollten Sie sich bei der Begutachtung der Nachfolgekandidaten allein auf Ihr Urteil verlassen. Ziehen Sie eine Person Ihres Vertrauens, z.B. den Personalverantwortlichen, den Steuerberater oder einen Ihrer Mitarbeiter, hinzu! Es ist wichtig, dass einflussreiche Personen in Ihrer Firma Ihren Nachfolger akzeptieren und unterstützen.


Auch bei der Ausgestaltung des Übergabevertrages und der Festsetzung des Übergabepreises sollten Sie auf den Rat kompetenter Fachleute nicht verzichten. Außerdem kann es sinnvoll sein eine kompetente Person damit zu beauftragen, den Prozess der Übergabe moderierend zu begleiten. Konflikte zwischen Unternehmer und Nachfolger, die den Nachfolgeprozess gefährden, können so besser vermieden werden. Ein letzter Tipp: Die Festlegung des Übergabepreises ist eine diffizile Angelegenheit. Natürlich wollen Sie für Ihr Lebenswerk einen möglichst hohen Gegenwert erzielen. Bedenken Sie aber, dass Sie mit einer zu hohen Forderung ein Scheitern der Übergabe riskieren. Nachfolger werden Schwierigkeiten haben, genügend Finanzierungsmittel aufzubringen, bzw. nach dem Kauf genügend Mittel übrig zu haben, um den Betrieb am laufen zu halten. Überzogene Kaufpreise sind der Hauptgrund für wirtschaftliche Schwierigkeiten von Unternehmen nach einem „Generationswechsel“ und nicht selten Schuld am Aus einer Firma.


Orientieren Sie sich deshalb bei der Festlegung des Übergabepreises am realen Wert Ihres Unternehmens! Überdenken Sie wenn nötig die Zahlungsmodalitäten: jährliche Ratenzahlungen oder der Abschluss einen dotierten Beratervertrages können gute Alternativen zu einer ruinösen Einmalzahlung sein. Sie sollten sich bemühen, für beide Parteien das Optimum zu erzielen und über dem Übergabepoker nicht dass vergessen, was Ihr Leben lang Ihr wirtschaftliches Handeln bestimmt hat: das Wohl Ihrer Firma!

 

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